"Ich kann freilich nicht sagen, ob es besser werden wird, wenn es anders wird; aber so viel kann ich sagen, es muß anders werden, wenn es gut werden soll."
"Was hilft aller Sonnenaufgang, wenn wir nicht aufstehen? (Will sagen: Es nützt nichts, nur den Neu-Anfang zu begrüßen, wir müssen unseren Betrieb und sogar uns selbst aktiv verändern.)"
"Seine Aussprache war so wie des Demosthenes seine, wenn er das Maul voller Kieselsteine hatte."
"Belehrung findet man öfter in der Welt als Trost."
"Man muß nie den Menschen nach dem beurteilen, was er geschrieben hat, sondern nach dem, was er in Gesellschaft von Männern, die ihm gewachsen sind, spricht."
"Bei manchem Werk eines berühmten Mannes möchte ich lieber lesen, was er weggestrichen hat, als was er hat stehen lassen."
"Ein Buch ist ein Spiegel. Wenn ein Affe hineinguckt, so kann kein Apostel heraussehen."
"Eine seltsamere Ware gibt es schwerlich in der Welt. Von Leuten gedruckt, die sie nicht verstehen; von Leuten verkauft, die sie nicht verstehen; gebunden, rezensiert und gelesen von Leuten, die sie nicht verstehen, und nun gar geschrieben von Leuten, die sie nicht verstehen."
"Ein sicheres Zeichen von einem guten Buch ist, wenn es einem immer besser gefällt, je älter man wird."
"Er hatte gar keinen Charakter, sondern wenn er einen haben wollte, mußte er immer erst einen annehmen."
"Sagt, ist noch ein Land außer Deutschland, wo man die Nase eher rümpfen lernt als putzen?"
"Ich fürchte, unsere allzu sorgfältige Erziehung liefert uns Zwergobst."
"Es ist wahr. Esprit ist Nonsens, aber nicht jeder Nonsens ist Esprit."
"Die Speisen haben vermutlich einen sehr großen Einfluß auf den Zustand der Menschen, wie er jetzo ist, der Wein äußert seinen Einfluß mehr sichtbar, die Speisen tun es langsamer, aber vielleicht ebenso gewiß, wer weiß ob wir nicht einer gut gekochten Suppe die Luftpumpe und einer schlechten den Krieg oft zu verdanken haben."
"Ich habe das schon oft bemerkt; die Leute von Profession wissen oft das Beste nicht."
"Wenn die Fische stumm sind, so sind dafür ihre Verkäuferinnen desto betredter."
"Die Fehler, die die Damen beim Sprechen machen, sind oft unwiderstehlich."
"Es sollte uns nachdenklich machen, daß im Deutschen einen anführen soviel heißt wie einen betrügen."
"Ein gutes Gedächtnis ist eine gute Gabe Gottes, Vergessenkönnen ist oft noch eine bessere Gabe Gottes."
"Die Natur hat die Menschen durch die Brust verbunden, und die Professores hätten sie gerne mit dem Kopf zusammen."
"Im Deutschen reimt sich Geld auf Welt: es ist kaum möglich, daß es einen vernünftigeren Reim gebe."
"Wenn die Menschen sagen, sie wollen nichts geschenkt haben, so ist es gemeiniglich ein Zeichen, daß sie etwas geschenkt haben wollen."
"Das menschliche Gesicht, der wohl interessanteste Teil der Erdoberfläche."
"Das Gefühl der Gesundheit erwirbt man durch Krankheit."
"Es gibt Leute, die können alles glauben, was sie wollen; das sind glückliche Geschöpfe."
"Wovon das Herz nicht voll ist, davon geht der Mund über, habe ich öfters wahr gefunden, als den entgegengesetzten Satz."
"Einer zeugt den Gedanken, der andere hebt ihn aus der Taufe, der dritte zeugt Kinder mit ihm, der vierte besucht ihn am Sterbebett, und der fünfte begräbt ihn."
"Wir irren allesamt, nur jeder irrt anders."
"Die Neigung der Menschen, kleine Dinge für wichtig zu halten, hat sehr viel Großes hervorgebracht."
"Er war ein solcher aufmerksamer Grübler, ein Sandkorn sah er immer eher als ein Haus."
"Unter die größten Entdeckungen, auf die der menschliche Verstand in den neuesten Zeiten gefallen ist, gehört meiner Meinung nach wohl die Kunst, Bücher zu beurteilen, ohne sie gelesen zu haben."
"Viele Spötter meinen, reich an Geist zu sein, und sind nur arm an Takt."
"Das viele Lesen hat uns eine gelehrte Barbarei zugezogen."
"In einem Lande, wo den Leuten, wenn sie verliebt sind, die Augen im Dunkeln leuchteten, bräuchte man des Abends keine Laternen."
"Mir ist wenig am Lob der Leute gelegen. Ihr Neid wäre allenfalls das einzige, was mich noch freuen würde."
"Die englischen Genies gehen vor der Mode her und die deutschen hintendrein."
"Es ist ja doch nun einmal nicht anders: Die meisten Menschen leben mehr nach der Mode als nach der Vernunft."
"So angenehm die Musik dem Ohre ist, wenn es sie hört, so unangenehm ist sie ihm oft, wenn man ihm davon vorspricht."
"In dein Betragen - Welt,/ In deinen Beutel - Geld,/ Witz unter deinen Hut,/ Feuer in dein Blut -/ Ist der Wunsch nicht gut? (Diesem vierfachen Neujahrswunsch kann ich mich nur anschließen!)"
"= Die Tochter der Überlegung."
"Ordnung führt zu allen Tugenden. Was aber führt zur Ordnung?"
"Die buntesten Vögel singen am schlechtesten. Das gilt auch bei den Menschen."
"Er redete oft an Orten sehr frei, wo jedermann eine heilige Miene annahm, dafür predigte er aber die Tugend wiederum an Orten, wo sie sonst kein Mensch predigte."
"Die Zeitungsschreiber haben sich ein hölzernes Kapellchen gebaut, das sie auch den Tempel des Ruhmes nennen, worin sie den ganzen Tag Porträte anschlagen und abnehmen und ein Gehämmer machen, daß man sein eigenes Wort nicht hört."
"Ich meine nicht, daß es leicht sei, etwas Schlechtes zu schreiben, das man selbst für schlecht hält, nein, sondern daß es so leicht ist, etwas Schlechtes zu schreiben, das man für sehr schön hält - hierin liegt das Demütigende."
"Es gibt eine Art von leerem Geschwätz, dem man durch Neuigkeit des Ausdrucks, unerwartete Metaphern das Ansehen von Fülle gibt. Im Scherz geht es an, im Ernst ist es unverzeihlich."
"Ein großes Licht war der Mann eben nicht, aber ein großer bequemer Leuchter. Er handelte mit anderer Leute Meinungen."
"Ist es nicht sonderbar, daß die Menschen so gerne für die Religion fechten und so ungerne nach ihren Vorschriften leben?"
"Die feinste Satire ist die, deren Spott mit so wenig Bosheit und so viel Überzeugung verbunden ist, daß er selbst diejenigen zum Lächeln nötigt, die er trifft."
"Das Mädchen ist ganz gut, man muß nur einen andern Rahmen drum machen lassen."
"Das Wort "Schwierigkeit" muß für einen Menschen von Geist gar nicht als existent betrachtet werden."
"Er bewegte sich so langsam als wie ein Stunden-Zeiger unter einem Haufen von Sekunden-Zeigern."
"Mir tut allemal weh, wenn ein Mann von Talent stirbt, denn die Welt hat dergleichen nötiger als der Himmel."
"Ängstlich zu sinnen, was man hätte tun können, ist das Übelste, was man tun kann."
"Ist es nicht sonderbar, daß eine wörtliche Übersetzung fast immer eine schlechte ist? Und doch läßt sich alles gut übersetzen. Man sieht hieraus, wie viel es sagen will, eine Sprache ganz verstehen; es heißt, das Volk ganz kennen, das sie spricht."
"Es gibt sehr viele Menschen, die unglücklicher sind als du. Das zu wissen gewährt zwar kein Dach, darunter zu wohnen. Allein, sich bei einem Schauer darunter zu retirieren, ist das Sätzchen gut genug."
"Vergnügen an Veränderungen ist dem Menschen bleibend eigen."
"Es erfordert außerordentlich viel Talent, einem vernünftigen Manne etwas Neues und Wichtiges so leicht vorzutragen, daß er sich freut, es jetzt zu wissen."
"Die gefährlichsten Unwahrheiten sind Wahrheiten, mäßig entstellt."
"Es ist fast unmöglich, die Fackel der Wahrheit durch ein Gedränge zu tragen, ohne jemandem den Bart zu sengen."
"Vom Wahrsagen läßt sichs wohl leben in der Welt, nicht aber vom Wahrheit sagen."
"Es ist nicht gesagt, daß es besser wird, wenn es anders wird. Wenn es aber besser werden soll, muß es anders werden."
"Man führt gegen den Wein nur die bösen Taten an, zu denen er verleitet, allein er verleitet auch zu hundert guten, die nicht so bekannt werden."
"Der gesunde Gelehrte: der Mann bei dem Nachdenken keine Krankheit ist."
"Wo damals die Grenzen der Wissenschaft waren, da ist jetzt die Mitte."
"Bemühe dich, nicht unter deiner Zeit zu sein."
"Die Leute, die niemals Zeit haben, tun am wenigsten."
"Es ist eine ganz bekannte Sache, daß die Viertelstündchen größer sind, als die Viertelstunden."
"Es gibt manche Leute, die nicht eher hören, bis man ihnen die Ohren abschneidet."