"Von Arbeit stirbt kein Mensch, aber von Ledig- und Müßiggehen kommen die Leute um Leib und Leben; denn der Mensch ist zum Arbeiten geboren wie der Vogel zum Fliegen."
"Manche sind so neugierig, daß sie am liebsten das Gerede aller und jeden Wink erhaschen möchten, ja daß sie sogar am Fenster und an der Wand lauschen, was man von ihnen spricht. Denen geschieht recht, wenn sie etwa von ihrem Gesinde hören, was ihnen wehe tut. Wenn du auf jedes Gerede hören willst, so denk daran, daß du auch Leute hören wirst, die dir fluchen, und das am ehesten von denen, bei welchen du es am wenigsten erwartet hättest. Denn wenn du alles erfahren willst, wirst du auch vieles hören, was dir nicht lieb ist. Also erübrigt sich's, so neugierig auf jedes Gerede zu achten."
"Wer im zwanzigsten Jahr nicht schön, im dreißigsten nicht stark, im vierzigsten nicht klug, im fünfzigsten nicht reich ist, der darf danach nicht hoffen."
"Gott will nicht, daß man nicht Geld und Gut haben und nehmen solle, oder, wenn man's hat, wegwerfen solle, wie etliche unter den Philosophen und tolle Heilige unter den Christen gelehrt und getan haben."
"Wer Gutes tun will, muß es verschwenderisch tun."
"Ihr könnt predigen, über was ihr wollt, aber predigt niemals über vierzig Minuten."
"Viel mit wenig Worten fein kurz anzeigen können, das ist Kunst und große Tugend. Thorheit aber ist's, mit viel Reden nichts reden."
"Es gefällt mir kein Stand so gut, ich wollte auch keinen lieber annehmen, als ein Schulmeister zu sein."
"Lernst du wohl,/ wirst du gebratener Hühner voll./ Lernst du übel,/ mußt du mit der Sau zum Kübel."
"Eine Lüge ist wie ein Schneeball. Je länger man ihn rollen läßt, desto größer wird er."
"Musika ist eine halbe Disziplin und Zuchtmeisterin, so die Leute gelinder und sanftmütiger, sittsamer und vernünftiger macht."
"Wortgeklingel verdrießt mehr, als daß es erbaut. Mit wenigem viel sagen, das ist die Kunst; die größte Torheit aber ist's viel zu reden und doch nichts zu sagen."
"Eines guten Redners Amt oder Zeichen ist, daß er aufhöre, wenn man ihn am liebsten höret und meinet, er werde erst kommen; wenn man ihn aber mit Überdruß und Unwillen höret und wollte gern, daß er aufhörete und zum Ende und Beschluß käme, das ist ein böses Zeichen. Also auch mit einem Prediger; wenn man sagt: "Ich hätte ihm noch wohl länger mögen zuhören", so ist's gut; wenn man aber sagt: "Er war in das Waschen kommen und konnte nimmermehr aufhören", so ist's bös Zeichen."
"Tritt frisch auf, tu's Maul auf, hör bald auf."
"Wenn die Schulen zunehmen, dann steht's wohl im Land."
"Denn man muß nicht die Buchstaben in der lateinischen Sprache fragen, wie man soll deutsch reden, sondern man muß die Mutter im Hause, die Kinder auf der Gassen, den gemeinen Mann auf dem Markt darum fragen und denselbigen auf das Maul sehen, wie sie reden, und darnach dolmetschen; so verstehen sie es denn und merken, daß man deutsch mit ihnen redet."
"Der Mensch bleibt närrisch bis ins vierzigste Jahr. Wenn er dann anfängt, seine Narrheit zu erkennen, ist das Leben schon dahin."
"Und wenn ich wüßte, daß morgen die Welt unterginge, so würde ich doch heute mein Apfelbäumchen pflanzen."